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Der Weg ist das Ziel?

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Heute war ich wandern spazieren. Anders als in Wien, fehlt es hier in Tirol nicht an Möglichkeiten diesem Hobby nachzugehen, doch beginnen wir ganz vorne.

Ob ich heute wandern will, wurde ich beim Frühstück gefragt. Nach kurzem überlegen, schließlich sind noch einige andere Dinge zu tun, willigte ich ein und es wurde begonnen eine Route auszuwählen. Die Vorgaben waren, dass wir um fünf wieder zurück sind und nicht mit dem Auto zum Startpunkt fahren müssen.

Nach einem kurzen Blick auf die Wanderkarte entschieden wir uns für eine schon bekannte Rundwanderung von Mieders über Mutters, die Raitiser Alm und Telfes wieder zurück. Sollte sich in der Zeit ausgehen. Dachten wir.

Das Wetter war ideal, sonnig, aber nicht zu warm. Meine Laune wurde immer besser und ich genoß die frische Luft, die Schönheit der Natur und das hinter mir lassen.

Im ersten Abschnitt, der durch den Wald führte, stellte sich uns das erste Hindernis in den Weg. Besser gesagt lag es da. Eine zig Meter lange Eisplatte, die den Weg bedeckte. Links ging es steil hinauf und rechts stürzte die Böschung hinab. Schritt für Schritt tastete ich mich vor. Als der Weg auch noch anstieg, rutschte ich kurz aus. Doch ich konnte mich wieder fangen.

Ich sollte noch erwähnen, dass mein Hund dabei war. Dem machte das Eis zwar nichts aus, aber er spielt später noch eine kleine Rolle.

Nachdem das Eis überwunden war, stellten wir fest, dass wir bereits eine dreiviertel Stunde gebraucht haben, welches man normalerweise in fünfzehn Minuten geht. Also nahem wir eine Abkürzung. Quer durch den Wald. Es war zwar steil, aber durch die Abwesenheit von großen Bäumen hatte die Sonne den Boden bereits von Eis und Schnee befreit, sodass es zügig weiter ging.

Unten angekommen gingen wir ein Stück neben dem Fluss, der Ruetz, entlang. Sie war noch teilweise mit Eis bedeckt, aber außer ihrer Schönheit, gibt es nichts besonderes von ihr zu berichten.

Nach der Überquerung, blieb uns nichts anderes übrig als einige Zeit einen asphaltierten Weg zu benützen. Mich wunderte, dass wir noch niemanden begegnet waren, aber vielleicht empfindet niemand mehr das Verlangen nach frischer Luft, Bewegung und dem Genuss der Natur. Schließlich kann man sich das auch im Fernsehen ansehen, während man auf dem Hometrainer sitzt. Und wenn es sein muss, öffnet man halt auch noch das Fenster.

Endlich war die Straße zu Ende und ein Schotterweg begann. Nicht ideal, aber besser. Der Wald hatte auch wieder begonnen.

An dieser Stelle möchte ich sagen, dass ich dafür bin, dass man mit Handys nur maximal eine Minute telefonieren kann. Jedenfalls, wenn man spazieren ist. Es sei denn, man ist alleine.

Die Hälfte der Zeit war um. Jedoch nur ein Viertel des geplanten Weges. Sollen wir umdrehen? Nein, aber wir biegen nach links statt nach rechts ab. Über die Telfer Wiesen ist es auch angenehmer zu gehen. Viel Sonne, nur kleine Höhenunterschiede.

Plötzlich ein Paragleiter. Ein paar hundert Meter über uns. Mein Hund mag das nicht. Er bekommt Panik, fängt an zu zittern und läuft im schlimmsten Fall nachhause. Ich habe ihn an die Leine genommen. Ist sowieso Pflicht im gesamten Dorfgebiet. Zittern hörte er trotzdem nicht auf, dafür konnte er nun auch an der Leine ziehen.

Nach einer weiteren Abkürzung über einen vereisten Hang und der erneuten Überquerung der Ruetz ging es ohne weiteren Zwischenfällen zurück. Bis auf die drei Hunde, die versuchten uns anzufallen. Im Endeffekt nur Kläffer mit fünfzig Kilo Kampfgewicht.

Pünktlich um fünf waren wir wieder daheim. Darum ging es ja auch. Rechtzeitig zurück zu sein. Vielleicht ist ja inzwischen was wichtiges im Internet passiert.

Bild: robw1882

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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5 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. Nicht?
    Okay, ich bin in letzter Zeit auch etwas… na ja… gelangweilt… Aber wir wissen ja, was die Werbung uns vor Jahren schon gesagt hat: Spaß ist, was du draus machst!

    Na ja… C’est la vie.

    Beliar

    Antworten

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