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Wie gut ist die Social Web Kompetenz von A1 Mobilkom?

19 Kommentare

Hin und wieder gehen Daten verloren. Besonders die englischen Behörden haben es damit immer wieder in die Schlagzeilen geschafft. Als letzter deutschsprachiger Fall schwirrt mir PriceWaterhouseCoopers durch den Kopf. PWC hat versucht möglichst glatt durch den Vorfall zu kommen. Dass man sich zu wenig um den Schutz der Daten gekümmert hat, wird in der Erklärungsmail nicht erwähnt. Der Blogosphäre hat der Vorfall nicht gefallen. Waren hier noch Kriminelle nötig, um sich die Daten zu verschaffen verschickt sie A1 per Mail.

Heute Nachmittag habe ich eine Mail mit über tausend Empfängern in der Adresszeile bekommen. Der ursprüngliche Absender ist der österreichische Mobilfunkbetreiber A1.

Es wird darüber informiert, dass das Netbook Q10air ab sofort verfügbar ist, allerdings sind nur hundert Stück vorhanden. Ab der kommenden Woche soll aber für jeden eines da sein.

Auf Facebook bin ich dann noch auf folgende Konversation gestoßen:

Ein äußerst peinlicher Fehler für ein Unternehmen wie die A1 Mobilkom. Unangenehm für all die Kunden, die sich im Shop eingetragen haben, um eine Benachrichtigung zu bekommen, wenn ein Produkt verfügbar ist.

Jetzt stellt sich die Frage, warum hat A1 noch nicht reagiert? Personen, die sich für ein solches Netbook interessieren, womit man auch unterwegs Internetzugang hat, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit stark vernetzt und man wird über den Zwischenfall nicht einfach schweigen.

Hat A1 die Kompetenz diesem Problem zu begegnen oder verstecken sie sich und hoffen, dass die Öffentlichkeit nichts davon mitbekommt? Spätestens jetzt ist die Hoffnung vergebens.

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Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. Hallo! Ein peinlicher Fehler, das stimmt. Ein Freund von mir ist betroffen und traute seinen Augen nicht, als er den „etwas längeren“ Verteiler gesehen hat.
    Letztlich gabs aber ein Erklärungsschreiben und noch einen 15 EUR Gutschein für das Netbook, dafür dass nur seine Email Adresse in einer Message mit dem Netbook in Zusammenhang gebracht wurde.
    Stellt sich die Frage, ob der Rummel bei dem geringen Schadenspotenzial der Mobilkom nicht vielleicht sogar mehr nutzt als schadet, wenn das Netbook noch mehr diskutiert wird…
    So oder so, mit 15EUR Gutschein meint mein Freund, hat sich*s gelohnt ;-)

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  2. Ich melde mich als Pressesprecher von mobilkom austria zu Wort. Was gestern passiert ist, war ein peinlicher Fehler, der seine Ursache in einem technischen Problem hatte. mobilkom austria hat sowohl das technische Problem behoben als auch alle betroffenen Personen per E-Mail informiert. In dieser Mail haben wir uns in aller Form entschuldigt, alle Kunden gebeten, diese Adressen zu löschen und als Kompensation einen Bon für unseren Online Shop angeboten, bei dessen Einlösung 15 Euro auf der nächsten Rechnung gut geschrieben werden. Ich kann dieses Blog nur nochmals dazu nutzen, mein Bedauern über den Vorfall auszudrücken. Werner Reiter

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  3. Blogger regensich bekanntlich gerne auf; und in der Tat ist der Fehler zweifellos peinlich. Aber die Kunden nachher nochmal anzuschreiben mit Gutscheinangebot find ich sehr okay. Und let’s face it: Fehler können passieren.
    Und ich muss fairerweise sagen, dass die moko generell sehr sorgfältig mit dem Thema Datenschutz umgeht – das hab ich in der Zeit mitbekommen, als ich dort gearbeitet habe.

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  4. die große frage ist doch, ob das über ein CRM/Kampagnen-Tool verschickt wurde, wie es sich gehört, oder ob das jemand aus seinem outlook verschickt hat.
    ersteres wäre ein technischer fehler, aber warum sollte der plötzlich auftreten ??
    zweiteres ist eine potenzielle verletzung von anti-spam auch noch, weil ja die bei mk.at vorhandenen opt-out/will-nicht-kontaktiert-werden/black-lists wahrscheinlich auch noch umgangen wurden.

    polemik: und ist eine publizierung einer email adresse wirklich nur 15EUR wert ? ;-)

    roman

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  5. Ich bin ja selber betroffen und finde persönlich auch, dass 15 Euro etwas wenig sind, für so einen schlimmen Fehler. Bei den rund 1200 Euro kostet das die Mobilkom – im Falle alle würden den Gutschein einlösen – gerade mal 18 000 Euro. Nicht gerade viel…

    UND: Die Story geht weiter. Nach einer ersten Spam Email habe ich (und alle anderen) eine weitere erhalten, wo mir eine anonyme Person ein anderes Angebot eines Netbooks von http://www.drei.at anbietet. *Autsch*

    Mein Tipp: A1 sollte das jetzt kreativ ausnutzen und das Thema spinnen, um auf das Netbook aufmerksam zu machen. Und beim Gutschein nachlegen.

    PS: Ganz lustig: Ich habe durch Google Desktop Search schon 2 Personen „zufällig“ in den Email Adressen gefunden, die ich kenne. Tja.

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  6. Puh, nicht schlecht die Aktion. Anscheinend ist das Brand Monitoring (gerade im Social Media Umfeld) von A1 kaum vorhanden, sonst hätte man hier wohl bereits schon mehr unternommen.
    Ich bezweifle, dass man hier versucht einen kreativen Dialog zu führen bzw. überhaupt sich intensiver mit der Sache auseinandersetzt.

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  7. @Vu: Nur, dass dieser Marketing Gag (wenn wahr) sehr wohl nach hinten losgeht. A1 ist zwar im Gespräch, doch in letzter Zeit eher Negativ.

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  8. Schade, dass ich momentan so wenig Zeit habe.

    @Martin
    Ja, der Rekord ist jetzt weg. Aber auch nur knapp. Müsste man beinahe eine Bestenliste machen. Datenschützer mit genug Zeit hier?

    @Marcus
    15€ sind etwas, aber in meinen Augen keine adäquate Entschädigung.

    @Werner
    Finde ich gut, dass du dich hier meldest. Auch dass du Tage später wieder reinschaust. Jedoch ist eine Bitte die Adressen zu löschen in meinen Augen zu wenig. Ein dezenter Hinweis auf Missbrauch von Daten ohne Kriminalisierung der Kunden wäre angemessen. Schließlich sind inzwischen schon Spammails eingetroffen.

    @ritchi
    ;)

    @Roman
    Die Mailadressen sind sicherlich mehr als 15€ pro Stück wert. Über 1000 Leute, die am Kauf eines Netbooks interessiert sind und sogar von sich aus die Initiative ergriffen haben sich dafür anzumelden und einen 24 Monats Vertrag eingehen würden.

    Technischer Fehler? -> Zu wenig / falsch getestet == Menschlicher Fehler

    @Hannes
    Und schon was kreatives bekommen? Nö, ist auch schon spät.

    @Markus
    Dialog ist das tatsächlich keiner. Ein kurzes Kommentar, danach noch etwas mitlesen, aber sonst nichts.

    @Vu
    Gag? Sollte das dann nicht lustig sein.

    @Nila
    Naja, es haben mehr Leute erfahren, dass es diese Netbook Aktion gibt. Allerdings versucht A1 ein seriöses Image zu behalten und für Businesskunden ist solch eine Aktion abschreckend.

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  9. Natürlich ist der ganze Vorgang nicht schön, aber irgendwo auch nicht wirklich tragisch. Für solche Dinge sollte man sowieso nur unwichtige Mailadressen verwenden.

    Die Adressenliste ist sicher sehr wertvoll für einige Leute, allerdings ist die Frage ob unter den Adressaten auch jemand mit solchen Energien war.

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  10. Die Adressen wurden bereits mehrmals für Spam verwendet. Um auf „Allen Antworten“ zu klicken braucht man nicht unbedingt große kriminelle Energien.

    Es ist einfach unschön, wie mit den Daten umgegangen wurde und das von einem Unternehmen, das sich für Businesskunden zu positionieren versucht.

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  11. Nur schade, dass sich Werner nicht mehr zu Wort meldet und ich keine Zeit und Lust habe ein weiteres Posting zum Thema zu schreiben. Wenn man nur alle zwei Wochen zum posten kommt, dann nicht zweimal das gleiche.

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  12. Das ist heute erst dem schwedischen Personaldienstleister academicwork passiert. Ich hatte eine Rundschreibenabsage mit ausschließlich privaten 350 Mailadressen.Das ist auch schon heftig.Ich habe die auch bereits angeschrieben und eine Stellungnahme verlangt. Firmen gehen viel zu leichtsinnig damit um. Da es zu meinem Blogthema morgen früh passt verlinke Ich Deinen Artikel morgen früh nach hier.
    Unternehmen müssten für solche eklatanten Fehler intensiver bestraft werden.

    Liebe Grüße aus Norddeutschland.

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  13. Pingback: Academicwork verteilt Bewerbungsabsagen per Massenmail - jobbanet.eu - Der Karriereguide

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