Artikelformat

Besetzung der Uni Wien

13 Kommentare

Dieser Artikel wurde spontan erstellt, um sich mit der aktuellen Situation zu beschäftigen. Alle Infos ohne Gewähr. Chaos geplant.

Als ich heute im Büro saß und wir kurz vor dem Abschluss eines Milestone eines Projektes waren, habe ich auf Twitter erstmals erfahren, dass das Audimax der Uni Wien besetzt wurde. Dazu muss man wissen, dass ich an der Uni Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studiere und wie so viele mit einigen Dingen an der Uni unzufrieden bin. Aus diesem Grund habe ich auch das Projekt Medien-Forschung.at gestartet. Kurz habe ich überlegt, ob ich direkt ins Audimax gehen sollte, habe mich aber dagegen entschieden. Über die Gründe lässt sich streiten, weil verschiedene Menschen unterschiedliche Prioritäten haben. Jedoch habe ich dann mehr über die Besetzung gelesen und jedes Stück Information aufgesaugt.

Ich war noch nicht im Audimax, bin aber am überlegen, ob ich noch hingehen soll, um die Aktion zu unterstützen. Meine Informationen stammen hauptsächlich aus Twitter, daher auch das Widget im Beitrag, damit sich jeder ein eigenes Bild machen kann.

Angeblich hat die Besetzung um 13 Uhr begonnen, zwischenzeitlich hat die Polizei die Eingänge versperrt ist jedoch wieder abgezogen, nachdem der Vize-Rektor sich dazu entschieden hat, das Audimax nicht zu räumen. Es wurden weitere Hörsäle besetzt. Teilweise wurde dennoch weiter unterrichtet.

Auf der Seite freiebildung.at wurden die Forderungen der Studierenden veröffentlicht und immer wieder betont, dass die Proteste spontan und von unten entstanden sind, dass keine Organisation dahinter steht. (Daran zweifle ich momentan noch. Die Frage ist, wie groß die Organisation ist und ob sie sich als solche bezeichnet oder nur als Freundeskreis.) Startpunkt war auf jeden Fall die Besetzung der Akademie für Bildende Künste. Gegen Donnerstag Abend hat die ÖH über den Univerteiler einen Aufruf an die Studenten geschickt, dass sie die Besetzung unterstützen und man solle doch daran teilnehmen. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits mehrere hundert Studenten im Audimax und dem HS33.

Hallo

Wie du sicher mitbekommen hast wurden heute diverse Hörsäle an der Uni Wien
von StudentInnen besetzt. Die ÖH Uni Wien unterstütz diese Proteste.

Die Forderungen die gemeinsam von allen Studierenden dort verfasst wurden
sind:

– Re-Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen
Bildungseinrichtungen!
– Ausfinanzierung der Unis!
– Selbstbestimmtes Lernen und Leben ohne Konkurrenz- und Leistungsdruck!
– Freie Masterzugänge!
– Keine verpflichtende STEP!
– Abschaffung aller Bildungs- und Studiengebühren!
– Keine Aufnahmeprüfungen!
– Unabhängige Lehre und Forschung!
– Schluss mit prekären Dienstverhältnissen für Lehrende, Angestellte und
ArbeiterInnen!
– Genug Studienplätze für alle!
– Abschaffung der Erweiterungscurricula!
– Flexible und selbstbestimmte Studienpläne!

Die ÖH Uni Wien ruft alle Studierende dazu auf sich an den Protesten zu
beteiligen.
Komm auf die Uni, Kämpfe für deine Bildung und nimm deine Zukunft selbst in
die Hand !

Wir freuen uns auf dich,
deine ÖH Uni Wien

Meine Meinung

Die Forderungen wurden angeblich von verschieden studentischen Gruppen gemeinsam ausgearbeitet. Für mich klingen sie jedoch so, als hätte man sie mal schnell zusammengeschrieben. Sie sind in meinen Augen unrealistisch und oft schlecht ausgedrückt, daher will ich hier eine von mir überarbeitete Version veröffentlichen. Gerne auch für Diskussion offen. Wichtig wäre mir auch, dass transparent gemacht wird, wer aktuell bei der Besetzung für die Koordinierung zuständig ist. Ob und wer mit wem verhandelt. Uns so weiter und so fort.

Demokratisierung der Universitäten
Jeder Student hat ein Recht darauf mitzubestimmen, wie seine Ausbildung aussieht. Es handelt sich um Menschen, die Verantwortung über ihr Leben übernehmen können und somit auch über die Art und Weise wie sie sich Wissen aneignen. Ich spreche nicht davon, dass es keine Prüfungen mehr geben soll und man ohne Anstrengung irgendwelche Titel bekommt. Darum geht es nicht. Das Studium soll sinnvoll sein und man soll es nicht wegen dem Abschluss machen, sondern weil es spannend ist, weil man lernen will.

Selbstverwaltung der Universitäten
Universitäten dürfen nicht von der Politik der aktuell regierenden Parteien abhängig sein. Es muss dafür gesorgt werden, dass sie das nötige Geld und Macht bekommen über sich selbst zu bestimmen.

Transparente Finanzierung der Universitäten
Wohin fließt wie viel Geld und warum.

Freie Masterzugänge

Abschaffung aller Bildungs- und Studiengebühren
Studiengebühren schließen Menschen vom Zugang zu Bildung aus und Reglungen wie dass man in der Mindeststudiendauer keine bezahlen muss, sorgen lediglich dafür, dass einfache Lehrveranstaltungen bevorzugt werden und die Leute durch das Studium hasten, anstatt sich Wissen anzueignen.

Keine Aufnahmeprüfungen
Aufnahmeprüfungen schließen ebenfalls Menschen von Bildung aus. Sie nehmen den Leistungsstand von wenigen Stunden und bestimmen damit das gesamte Leben. Stattdessen müssen die Studenten im Vorfeld darüber aufgeklärt werden, was das Studium bedeutet, was sie machen müssen und welche Alternativen es gibt. Weiters kann man das System grundsätzlich überdenken, in welche Weise Förderkurse Sinn machen, wenn Studenten ein gewisses Vorwissen nicht mitbringen.

Bessere Dienstverhältnisse für Lehrende
Eine Universität hat wenig Anreiz, wenn den Lehrenden immer mehr Hürden in den Weg gelegt werden, während die Privatwirtschaft mit Geldbündeln winkt. Ich spreche nicht davon, dass man sie mit Geld überhäufen soll, sondern sie dabei unterstützen muss, wenn sie ihrer Überzeugung, Wissen zu teilen, nachkommen.

Flexible und selbstbestimmte Studienpläne
Jeder Student sollte selbst darüber entscheiden können, was für ihn sinnvoll ist und nicht in einen vorgefertigten Pfad gestopft werden, der jegliche Kreativität tötet und lediglich auf schnelles durchwinken ausgelegt ist.

Facebook Gruppe

Berichte über #unibrennt

Das Audi Max den Studentinnen und Studenten (Politwatch)
#unibrennt … Dieser Hörsaal ist besetzt! (Polilog)
Uni Wien: Studenten halten Audimax besetzt (ORF)
ÖH und Grüne unterstützen Anliegen der Besetzer (derStandard)
solidarität heißt widerstand! (evamal)
TA04 “AudiMax” – Revolución de la universidad (The Anthropological Podcast)
Die Studis sind noch lange nicht müde – Video von nacaseven

Weitere Links

BESETZUNG der Akademie der bildenden Künste Wien!
Ausbau der Unis statt Studentenvertreibung!
IG Externe LektorInnen

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

| | | Newsletter

13 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. Pingback: Tweets that mention 2-Blog » Besetzung der Uni Wien -- Topsy.com

  2. Pingback: Gedanken zur Party #unibrennt Wien « Leichen der Zeit

  3. ad „mal schnell zusammengeschrieben“:

    Ja. Richtig. Die Forderungen werden jetzt genau ausgearbeitet, live. In Realtime, genauer gesagt. Wann sonst, wie sonst? Die sitzen dort nicht nur rum und feiern, die arbeiten was Handfestes aus. Sigi Maurer und Co sind dabei, auch wenn es wild organisiert wirkt. Interview morgen früh auf CHiLLi.cc ;)

    Antworten

  4. Ich muss lernen nicht immer gleich zu kritisieren. Habe ein zu negatives, anscheinend nicht gerechtfertigtes Bild der Studenten. Werde mich dann bald selbst auf den Weg machen und mir das ganze vor Ort anschauen.

    Hoffe, dass es etwas wird.

    Antworten

  5. Pingback: Audimax-Besetzung: Unmut der Studierenden am Höhepunkt! | Andreas Lindinger

  6. ich kann mit 100%iger sicherheit sagen, dass keine organisation und kein freundeskreis „dahinter steckt“. die leute die die besetzung organisiert haben, haben sich am dienstag aus solidarität auf der bildenden befunden und beschlossen die uni wien „einzubinden“

    Antworten

  7. Pingback: #unsereuni » Blog Archive » Pressespiegel

  8. Pingback: Pressespiegel | #unsereuni

  9. Pingback: Pressespiegel Oktober 09 | #unsereuni

  10. Leider hört man immer weniger von den Besetzungen . Bei uns auf der KF uni in graz ist nur noch ein kleiner Raum befreit, wo wir ab und zu workshops haben . Ansonsten ist leider nicht mehr viel los . Und den großteil der studentInnen interessiert es leider über haupt nicht mehr :(

    Antworten

Schreibe eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.