Monat: Januar 2009

  • Blogger spenden Blut

    Eines schönen Morgen, ich war gerade aufgestanden, kamen mir bei Twitter mehrere Meldungen entgegen, dass dem Österreichischen Roten Kreuz das Blut ausging. Dass diese alle auf Websiten von Medien im klassischem Sinne verweisen, ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Blogs des Roten Kreuz etwas verwirrend sind und anscheinend keine Informationen zu dem Thema enthalten. Auch wenn würde es wohl niemand mitbekommen, weil sie nicht besonders viel Interesse wecken. Vielleicht habe ich aber auch nur die falschen angeklickt. Aber zurück zu den morgendlichen Blutgesprächen auf Twitter.

    Blut spenden
    Bild: digiom

    Schnell hatten sich ein paar Personen gefunden, welche bereit waren Blut zu spenden. Es wurde der Hashtag #Bloggerblut eingeführt, damit man im weiteren Verlauf die Aktion einfach verfolgen kann. Über doodle wurde schnell ein Termin gefunden, der Mittwoch um acht Uhr vormittags. Zugegeben wir waren nur zu dritt, digiom, Cypher und ich, aber in diesem ersten Schritt ging es vor allem darum etwas ins Rollen zu bringen. In gewisser Weise vormachen wie es gehen kann. Daher auch der Termin am nächsten Tag und nicht irgendwann in ein paar Wochen. Vieles kann man sofort erledigen, es braucht nicht viel Planung und ein bisschen Zeit kann fast jeder freischaufeln.

    Was passiert beim Blutspenden?

    Als ich ein paar Minuten nach acht angekommen bin, war ich zuerst etwas verwundert, weil sich keiner der Mitarbeiter wirklich dafür interessiert, was ich mache oder machen will. Dafür war der Weg zur Blutspende gut ausgeschildert und auf einer Info-Tafel der Ablauf der Blutspende beschrieben.

    Zuerst wird ein Zettel mit den persönlichen Daten ausgefüllt und auf der Rückseite ein ganzer Katalog an Fragen beantwortet. Die Fragen kann man sich übrigen hier im Vorhinein anschauen. Blut von homosexuellen Männern ist übrigens nicht erwünscht. Das macht in meinen Augen aufgrund von den restlichen Fragen keinen Sinn, aber das Rote Kreuz wird schon draufkommen, wenn sie kein Blut mehr haben.

    Danach ging es in ein Arztzimmer, wo die Fragen noch einmal durchgegangen werden und bei Erstspendern die Blutgruppe festgestellt wird. Da erfuhr ich, dass ich 0 habe, den Rhesusfaktor habe ich wieder vergessen, aber mir wird in den nächsten Tagen noch eine ausführliche Analyse zugesendet.

    Dann geht es zum spenden selbst. Welchen Arm? Links? Rechts? Habe mich für rechts entschieden. Eher spontan als überlegt. Ein kleiner Pieks, dann kann man das Blut beobachten, wie es in den Beutel rinnt. Bei etwa 300ml wurde mir schwindelig, weshalb die Spende bei 330ml für mich zu Ende war. Aber fürs erste Mal reicht es. In sechs Wochen darf ich ja wieder.

    Danach gab es noch etwas zu essen (Frankfurtert, Debreziner oder Bioaufstriche) und Mannerschnitten.

    Video

    Als ich bemerkte, dass es dort ein offenes WLAN gibt, konnte ich mich nicht zurückhalten und habe noch kurz livegestreamt wie digiom blutete.

    Bei digiom findet ihr einen weiteren Bericht von spenden.

    Jetzt ihr!

    Wir haben zusammen 1260ml Blut gespendet. Ich rufe nun alle Blogleser dazu auf es uns nachzumachen. Ihr könnt euch beispielsweise Nicole anschließen. Terminfindung hier. Und sonst einfach alleine hingehen. Tut auch nicht fast nicht weh.

    Wenn ihr darüber twittert oder bloggt verwendet den Tag „Bloggerblut“.

  • Urlaub ohne Reisebüro

    Über die Rolle des Internets für den Tourismus der Zukunft.

    Urlaub
    Bild: Mastery of Maps

    Immer mehr Menschen umgehen bei der Urlaubsplanung Reisebüros und stellen sich ihre Reise im Web selbst zusammen. Dabei spielen neben den vorhandenen Informationen, Bewertungen anderer Personen eine wichtige Rolle.

    Angebote im Internet

    Durch das Internet können Personalkosten eingespart und dadurch günstigere Preise angeboten werden. Auch der Preisvergleich wird wesentlich vereinfacht. Man muss nicht mehr von Reisebüro zu Reisebüro gehen um Angebote einholen, sondern hat sie mit wenigen Klicks auf dem Bildschirm. Manche Internetportale bieten einen automatischen Preisvergleich an, sodass man nicht mehr die verschiedenen Websiten der Anbieter aufrufen muss. Der Zeitraum und die Destination der geplanten Reise reichen aus um die günstigsten Angebote präsentiert zu bekommt.

    Der Qualitätsfaktor

    Die Menschen wollen immer mehr für immer weniger Geld und die Werbung vieler Reiseanbieter verspricht ihnen eben dieses. Zugleich schaffen es aber verschieden Horror-Meldungen von misslungenen Urlauben in die Medien. Die häufigsten handeln von Ungeziefer im Zimmer und Baulärm außerhalb. Der Gesetzgeber hat die Grundlagen geschaffen, dass in solchen Fällen ein Teil des Geldes zurückverlangt werden kann. Die verlorene Urlaubszeit kann jedoch nicht ersetzt werden.

    Der Preisvergleich alleine reicht nicht mehr aus, um das beste Angebot zu finden.

    Bewertungsplattformen

    Menschen vertrauen am stärksten den Meinungen von Personen, die sie persönlich kennen. Doch nicht immer gibt es jemanden, der bereits am gewünschten Urlaubsort oder gar Hotel war. Hier kommen Bewertungsplattformen im Internet zum Zug. Gäste die bereits das Hotel besucht haben, geben ihre Meinung dazu ab.

    Doch nicht nur das Hotel wird bewertet, auch das Restaurant an dem man am Abend war, der Freizeitpark oder der Ausflug auf den nahe gelegenen Berg.

    Immer mehr Leute vertrauen diesen Bewertungen und planen anhand dessen ihren Urlaub.

    Personalisierte Reiseführer

    Ein neuer Trend sind sogenannte personalisierte Reiseführer. Es handelt sich dabei um Reiseführer die an die Präferenzen des Reisenden angepasst sind. Nicht nur Hotles, Museen und Veranstaltungs-Hinweise in der Zielstadt, sondern auch das Wetter zur genauen Reisezeit wird angegeben.

    Je nach Anbieter gibt man nur Reiseort, Zeitraum und ein einige Interessen an oder man sucht sich aus dem Angebot selbst aus was im Reiseführer enthalten sein soll. Meist handelt es sich dabei um eine Mischung aus redaktionellen und von Usern generierten Inhalten.

    Mit der Möglichkeit sich seine Reise sehr schnell selbst zusammenzustellen oder automatisch generieren zu lassen und mithilfe von User-Bewertungen weiter zu verbessern, sind Reisebüros für viele überflüssig geworden.

    Linktipps

    Tourismuszukunft
    Blog über Entwicklungen im Tourismusbereich mit Fokus auf das Internet.

    Qype
    Bewertungsplattform für Hotels, Restaurants, Veranstaltungen und vieles mehr.

    Offbeat Guides
    Anbieter für personalisierte Reiseführer, welche man sowohl als PDF als auch gedruckt erhält.

    [Tags: Reisen, Internet, Bewertungen]

    Linkliste: Reisen ohne Reisebüro

    Eine Auswahl an Websiten, mit welchen man seinen Urlaub mit wenigen Klicks selbst planen und buchen kann.

    Reisecommunities
    Tripwolf
    Triphunter
    Tripadvisor

    Buchungsplattformen
    Booking.com
    Hotel Reservation Service
    Nethotels

    Preisvergleiche
    Expedia
    Discountflieger
    Green Tickets

    [Tags: Preisvergleich, Urlaub, Reisen]

    Glossar: Tourismus im Web 2.0

    In der schnelllebigen Welt des Internets entstehen ständig neue Begriffe. In diesem Glossar werden einige von ihnen erklärt, damit man sich in den weiten des Webs nicht verläuft.

    Web 2.0
    Der Begriff spielt auf die Weiterentwicklung von Programmen an, welche ebenfalls mit Versionsnummern versehen werden. Weitere Informationen

    Blog
    Sehr einfache Möglichkeit im Internet Inhalte zu veröffentlichen. Der jeweils aktuellste Beitrag wird an oberster Stelle angeschaut und rutscht mit jedem Beitrag weiter nach unten.

    Twitter
    Microblogginplattform mit Beiträgen von maximal 140 Zeichen.

    Tag
    Schlagwort. Wird zum organisieren von Inhalten benützt.

    User
    Person, die den Dienst nutzt.
    .
    .
    .

    [Tags: Web 2.0, Begriffe, Erklärungen]

    Dieser Beitrag entstand im Rahmen der AT-MUME an der Universität Wien

  • Super Mario im Reallife

    Danke an digiom und der Super Mario App für das T-Mobile G1.

  • travelfeedback [Werbung, trigami]

    [Trigami-Anzeige]
    Immer mehr Reiseplattformen sprießen aus dem Boden, doch nur wenige setzen sich durch. travelfeedback schmeißt sich auch in den Ring und will durch Detailreichtum punkten.

    Kommt man auf die Startseite von travelfeedback stechen zuerst die beiden großen Eingabefelder heraus. Was man sucht und wo man sucht. Im Zentrum steht das schnelle finden. Was kann man von dieser Reiseplattform erwarten? Wo liegen die Stärken? Wie nutzt man sie? Das und noch mehr wird im folgenden Beitrag behandelt.

    Was findet man bei travelfeedback?

    travelfeedback bietet den Usern eine Plattform, wo sie ihre Meinung zu verschiedenen Reiseziele kund tun können. Die bewertenden Orte werden in die Kategorien Restaurant, Nightlife, Sehenswürdigkeiten und Sport und Freizeit unterteilt. Je nach Kategorie findet man unterschiedliche Informationen, überall wird das Preisniveau angegeben und ob die Location grundsätzlich weiterempfohlen wird oder nicht. Die einzelnen Meinungen können wiederum bewertet werden.

    Was ist das Besondere an travelfeedback?

    travelfeedback bietet die Möglichkeit einen individuellen Reiseführer anzufertigen. Man kann nach einem Ort suchen (das erste Feld einfach leer lassen) und bekommt dann die verschiedenen Kategorien angezeigt sowie die aktuellsten Tipps. Hat man eine Location angeklickt, kann man sie entweder als ganzes oder über eine spezielle Bemerkung seinem Reiseführer hinzufügen. Es ist möglich mehrere Reiseführer zugleich zu haben und mit Inhalten zu füllen.

    Ein weiterer Vorteil sind die Insider-Tipps, welche jeder Nutzer seiner Bewertung hinzufügen kann. Damit erfährt man explizit was es an den verschiedenen Orten besonderes interessant ist.

    Selber bewerten

    Nach einer einfachen Anmeldung kann man selbst mit Bewertungen loslegen und seine besten Reisetipps auspacken. Zuerst gibt man einen Ort, den Namen und die Art der Location an. Ist sie bereits vorhanden, kann man direkt mit der Bewertung weitermachen, falls nicht werden zuerst ein paar weitere Daten abgefragt und die Location erstellt.

    Für alle Bewertungen bekommt man Punkte, die man in Treuegeschenke umtauschen kann.
    300 Punkten: Cooler, auffallender Kofferanhänger
    1000 Punkten: Hotelgutschein über CHF 50.- (ca. 32 EUR) von bedfinder.com; Cooler, auffallender Kofferanhänger
    5000 Punkten: Hotelgutschein über CHF 100.- (ca. 65 EUR) von bedfinder.com; Laptop-Schutzhülle aus Neopren
    10000 Punkten: Laptop-Tasche

    Weiters wird monatlich ein Hotelgutschein im Wert von 300€ verlost und jeder 10. Tipp erhält einen Gutschein im Wert von 10€.

    Jetzt selbst bewerten.

  • Studium 2.0 – Eine Ideensammlung

    „Und wenn alle Lehrenden das Internet verstanden haben, wird hoffentlich das sinnbefreite Auswendiglernen ein Ende haben“ – Luca Hammer 24. November 2008

    Es gibt an den Universitäten einige Professoren, die sich gerne selbst zitieren, daher habe ich mir die Freiheit genommen, das auch einmal zu machen. Allerdings habe ich die Originalquelle, also mich, nicht mehr gefunden und musste auf Heinz Wittenbrink (Twitter) zurückgreifen. Da dieser an der FH Joanneum in Graz unterrichtet verleiht dem ganzen eine interessante Richtung. Doch dies nur als Einstieg.

    Manche wissen es, andere erfahren nun, dass ich seit September letzten Jahres an der Uni Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studiere. Doch über die Inhalte des Studiums möchte ich an dieser Stelle gar nicht zuviel schreiben, da braucht es noch einen eigenen Beitrag. Viel mehr interessieren mich die verschiedenen Möglichkeiten, wie man die aktuellen Möglichkeiten des Internet nutzen kann, um das Studium sinnvoll zur Weiterbildung nutzen kann und es nicht nur ein Zeitfresser im Alltag ist. Im folgenden werde ich mich spezielle mit Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, kurz PuKW, an der Uni Wien beschäftigen, aber viele Punkte wird man auch auf andere Studien umlegen können.

    Aktueller Stand

    Die Universität ist weit vom aktuellen Stand entfernt, aber dieses Problem beschränkt sich nicht nur auf die Technik, die online eingesetzt wird sondern auch was die Lehre selbst und die Verwaltung betrifft. Die Gründe dafür sind vielfältig. In meinen Augen ist eine große Schwierigkeit die der Verantwortung. Zu oft werden Dinge einfach an andere Personen weitergegeben bis sie in irgendeiner Schublade verstauben oder weggeworfen werden.

    Ich kritisiere, dass sich viele der Lehrenden nicht mit aktuellen Entwicklungen in der Medienwelt auseinandersetzen und dieses an die Studenten weitergeben. Ich erwarte nicht, dass sich jeder der etwa 1500 Studienanfänger pro Semester mit dem Internet beschäftigt, weil es in der heutigen Welt noch nicht die selbe Macht besitzt wie klassische Massenmedien, aber wenn sich jemand damit beschäftigt sollte er oder sie es richtig machen. Zu viele Arbeiten zu dem Thema sind mir bereits untergekommen, die schon im Titel falsch waren und sich dies in der Arbeit durchgezogen hat. Dieses Problem führe ich auf zwei Dinge zurück. Auf der einen Seite das grundsätzlich fehlende Interesse am wissenschaftlich arbeiten. Oft hört man den Satz, dass die Studenten Journalisten oder ähnliches werden wollen und auch in einigen Arbeitstechniken wird dies suggeriert, aber dann ist dieses Studium falsch. Man kann damit ein guter Journalist werden, aber wenn man studiert dann sollte man ein gewisses wissenschaftliches Interesse mitbringen oder den Mut haben das Studium wieder zu beenden, wenn es nicht so ist.

    Ich kritisiere das Online-Angebot der Universität Wien. Zwar gibt es Ansätze dieses zu verbessern, aber wenn man weiß was möglich ist, kann man nur den Kopf schütteln. Momentan gibt es drei große Onlineplattformen, die parallel genutzt werden. Deren Bedienung ist teilweise umständlich und viele Studenten kennen sich nicht aus. Weiters kommen noch verschiedenste Anmeldeseiten und das Forum der IG Publizistik hinzu. Auch ein Wiki wurde aufgesetzt, welches momentan unerreichbar ist.

    Positive Ansätze wie Audio- und Videostreaming werden unnötig kompliziert gemacht und die Server zu klein konzipiert. So kann man den Audiostream herunterladen, Video jedoch nur wenn man sich auskennt und das tun die wenigsten. Die offiziellen Foren sind in der Bedienung äußerst schlecht und werden von vielen Studenten gar nicht genutzt. Hinzu kommt die fehlende Kompetenz vieler mit dem Forum umzugehen, wenn es beispielsweise darum geht die Suche zu benützen oder Dateien hochzuladen.

    Mitschriften werden per Mail getauscht, auch wenn es ein paar positive Beispiele gibt, wo jemand das ganze Semester dranbleibt und seine Mitschrift netterweise hochlädt und somit der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Dass es nicht umsonst ist, konnte ich dabei auch sehr gut beobachten, weil diesen Leuten als erstes geholfen wurde, wenn sie eine Frage hatten. Mitschriftverzeichnisse werden zur Schließung gezwungen oder verstecken sich als wären sie Verbrecher. Ein paar kommerzielle Angebote mit winzigem Angebot wollen persönliche Daten sodass man erst nach Registrierung feststellen kann, ob sich ebendiese lohnt.

    Solidarität unter den Studenten gibt es nur selten. Die meisten lernen stur auf die nächste Prüfung und sind froh, wenn sie ansonsten nicht zuviel vom Studium mitbekommen.

    Umdenken

    Mir geht es in diesem Beitrag nicht darum wie die Universität das Studium verbessern kann, sondern wie wir, die Studenten, mehr aus dem Studium herausholen können. Es ist mir klar das die Universität einen großen Anteil daran hat,wie die Studenten durch das Studium gehen, aber ich glaube nicht, dass man diesen Apparat in kurzer Zeit ändern kann. Dennoch werde ich mich in einem der nächsten Beiträge damit beschäftigen, wie man das Studium von Universitätsseite aus verbessern kann.

    Als Student habe ich die Möglichkeit, dass ich von heute auf morgen die Art des Studierens ändere. Ich kann freiwillig Literatur lesen, die mich interessiert und in Lehrveranstaltungen meine Sichtweisen einbringen. Es steht mir frei mir jegliches Wissen anzueignen und meine ungenützte Zeit, von der man in vielen Studien ausreichend hat, einzuteilen wie ich es für sinnvoll halte. Dafür ist jedoch ein Umdenken nötig. Weg vom Fokussieren des Abschluss, hin zum wissenschaftlichen Denken.

    Oft sitze ich in Lehrveranstaltungen und das Desinteresse der anderen Studenten versucht mich direkt niederzuknüppeln. Ein Beispiel. Es geht darum, dass man auf Präsentationen konstruktives Feedback gibt. Aus Zeitmangel werden mehrere Präsentationen nacheinander gehalten, bis es Feedback gibt. Die Studenten wiederholen grundsätzlich, was die, die zuerst drankommen gesagt haben und wissen teilweise nicht einmal wie viele Präsentationen waren. Drei oder fünf, waren eh alle ganz gut, so frei gesprochen und die Folien waren auch ok. Ich zähle einige negative Punkte auf, versuche auch positives hervorzuheben, was mir teilweise schwer fällt. Ich bin aber auch nicht viel besser. Auf einige Prüfungen lerne ich einfach den Fragenkatalog auswendig, nicht weil mich der Inhalt der Vorlesung nicht interessiert, sondern weil ich faul bin und die Fragen so gestellt sind, dass man mit auswendig lernen eine bessere Note bei weniger Aufwand bekommt.

    Ich sehe es beim Studium gleich wie bei der Arbeit. Es muss Spaß machen. Man kann nicht für alles Interesse aufbauen und in sich für jeden Teil des Studiums begeistern. Wie schafft man es nun aus dem Studium trotzdem mehr herauszuholen, als bloß einen akademischen Titel? Ich sehe im Internet nicht die Lösung für alle Probleme, sondern nur als Tool, welches Dinge erleichtern und verbessern kann. Ein paar Ideen.

    Netzwerk aufbauen

    Oft wird gesagt wie wichtig es ist während des Studiums ein Netzwerk aufzubauen, welches einem im späterem Leben helfen kann. Ich halte wenig von Personen, die zwanghaft Leute kennen lernen, möglicherweise umfassende Adressbücher führen, mit welchen sie immer wissen, wer ihnen gerade weiterhelfen kann. Wichtiger sind echte Freunde. Menschen, denen man lieber gibt, als nimmt und dennoch nicht ausgenutzt wird. Wenn ich aber vom Netzwerk aufbauen spreche, geht es nicht um das persönliche, sondern um das der Studenten allgemein.

    In meinen Augen wäre es die Aufgabe der Studienvertretung, allerdings scheint diese dabei nicht besonders erfolgreich zu sein. Das einzige was funktioniert sind die Parties, ob sich dadurch mein Studium verbessert, ist eine andere Frage. Schaut man sich die aktuelle Entwicklungen an, die Studieneingangsphase des Publizistik- und Kommunikationswissenschaftenstudium wurde in zwei Module unterteilt, durch welche ein Quereinstieg im Sommersemster fast unmöglich gemacht wird. Die Studienvertretung hat dagegen protestiert, jedoch ohne Erfolg. Mit einem guten Netzwerk könnte man hier wesentlich mehr Druck ausüben.

    Es liegt sowohl am Mindset der Studenten, als auch bei den Möglichkeiten näher zusammenzurücken. Das Forum funktioniert mehr oder weniger. Vor allem die Bereiche, wo es darum geht, dass sich jemand nicht auskennt oder wie man eine Prüfung schafft. Der Bereich, wo Studenten ihre Wünsche, Anregungen und Ideen an die Studienvertretung herantragen können ist mit einem einzigem Beitrag schwach bestückt. Offensichtlich entsteht im Forum kein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

    Auf Facebook gibt es eine Page wo man Fan von der IG Publizistik werden kann, obwohl es auf der Startseite der Studienvertretung angekündigt wird, überrascht es mich nicht, dass es momentan nur knapp über 50 Fans gibt. Die Community meines Blogs umfasst etwas mehr als 80 Mitglieder. Bedenkt man, dass jedes Semester über 1000 Studenten dieses Studium beginnen eine winzige Zahl.

    Ein anderer Ansatz ist sind die Erstsemestrigentutorien. Höhersemestrige Studenten treffen sich mit Erstsemestrigen, gehen etwas trinken, tauschen sich aus, helfen weiter. Ich war zu Beginn des Studiums bei ein paar, aber habe schnell die Lust verloren. Ein bisschen über die Professoren lästern, ein paar Tipps und viel Alkohol. Keine kritischen Diskussionen, keine Anregungen für ein besseres Studium, nichts spannendes.

    Wichtig wäre präsent zu sein und die Studenten anzuregen sich zu vernetzen. Ihnen immer wieder vor Augen führen, welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben und dass es wichtig ist, wenn man will, dass das Studium mehr als auswendig lernen ist. Dazu werden aber auch die richtigen Tools benötigt. Die aktuelle Website ist bereits fünf Jahre alt und der Blog wird zu wenig genützt.

    Lernen erleichtern

    Tausende Studenten, die Semester für Semester Stoff auswendig lernen. Viele schreiben selbst in der Vorlesung mit, manche teilen ihre Mitschriften mit anderen und andere suchen sich zusammen was sie brauchen. Oft von Leuten, die sie persönlich kennen, aber auch immer öfter übers Internet. Hier hat es einen guten Ansatz gegeben, ein Wiki wurde aufgesetzt, doch dieses ist momentan unerreichbar. Wichtig ist es vorhanden Inhalte einzupflegen und die Studenten dazu anzuregen am Wiki mitzuarbeiten. Es sollte bei der Anzahl nicht besonders schwer sein ein umfassendes Nachschlagwerk für jede Vorlesung zu erstellen. Prüfungsfragen von vergangenen Terminen und Links zu Zusatzliteratur. Weiter könnten viele Begriffe erklärt werden, wodurch man sich nicht immer wieder durch Standardwerke wühlen muss und der Professor dann doch etwas anderes erwartet.

    Es reicht wenn zu Beginn nur eine kleine Gruppe am Wiki arbeitet, wenn andere stehen wie sehr es das Studium erleichtert, werden sich neue finden, die es aktuell halten und mitarbeiten. Aber die Studenten müssen wissen, dass es ein Wiki gibt und dass sie mithelfen müssen.

    Weiters kann man sich ein Verzeichnis für Lerngruppen überlegen. Entweder im Forum oder im Wiki.

    1337

    Man wird es nie schaffen alle Studenten zu erreichen. Viel zu viele haben eine falsche Vorstellung vom Studium und ziehen es trotzdem durch. Sie interessieren sich nicht für die Forschung, sondern wollen nur möglichst bald fertig sein. Am besten mit wenig Aufwand. Aber es gibt auch andere.

    Ich bin davon überzeugt, dass es sehr spannende Leute in diesem Studiengang gibt. Diese gilt es zu finden. Kein elitäres Netzwerk, aber eine Gruppe von Menschen, die mehr wollen. Studenten mit Visionen. Aufzeigen was möglich ist. Aktionen, die inspirieren. Gemeinsam kann man einen neuen Weg durchs Studium finden, sich gegenseitig pushen und sich mit den wirklich interessanten Dingen beschäftigen.

    das heißt?

    Es braucht Veränderung. Die Studenten, die etwas ändern wollen, müssen sich vernetzen und die Masse an ihrem Vorsprung teilhaben lassen.

    Aufhören zu jammern und die Sache selbst in die Hand nehmen.

    Bild: Wesley Fryer
    Teile des Beitrags inspiriert durch Hannes