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Leser-Überwachung

7 Kommentare

Vor ein paar Tagen habe ich über die Möglichkeit Besucher vom lesen des Blogs auszusperren und die Verknüpfung von Userprofilen der Kommentatoren geschrieben. In diesem Beitrag geht es darum welche Daten der Leser noch hinterlässt und was man damit anfangen kann.

Viele Menschen glauben, dass man sich durch einen Blog entblößt, Stalker geradezu einladet einen zu verfolgen. Oft wird vergessen, welche Macht der Autor hat. Sowohl bei einem gehosteten Blog aber noch viel mehr auf dem eigenem Webspace.

Ich möchte euch dazu drei WordPress-Plugins vorstellen, die den User ausspionieren. Es gibt viel externe Tools. Eines der meist genutzten und kritisierten ist Google Analytics. Ich verwende es auch. Es bereitet die Daten gut auf und ist sehr umfassend. Google hat dann die Daten und was sie damit anfangen, kann man nicht wirklich sagen. Für mich als User erscheint es mir jedoch noch als harmlos, weil die Daten nicht in Zusammenhang mit personenspezifischen Daten angezeigt werden. Ganz anders bei Semmelstatz.

Semmelstatz
Semmelstatz ist ein Statistikplugin für WordPress von Redunzl. Aktuell in der Version 3.1.

Semmelstatz zeichnet Besucherzahlen, Hits und Referer auf. Weiters liest es einige Daten aus der WordPress-Datenbank aus. Seit wann es den Blog gibt, durchschnittliche Kommentare pro Tag, insgesamt, Beiträge und ähnliches.

In der WordPress-Datenbank werden die beim kommentieren benützten Usernamen gemeinsam mit der IP gespeichert. Semmelstatz kann mir daher sagen, welche User, die schon einmal kommentiert haben, heute im Blog waren und wie viele Seiten sie abgerufen haben. Es wird auch gespeichert welche Seiten es waren.

Die drei netten Buttons sind mit verschiedenen Services verbunden, die mehr Infos zur jeweiligen IP-Adresse ausgeben. Beispiel

Offiziell sind solche Tools meist dazu da um das Userverhalten auszuwerten und dadurch den Inhalt zu verbessern, aber wie man hier durch die Verknüpfung mit dem Usernamen schon erkennt, ist es mehr ein ausspionieren von Einzelnen, als ein generelles Verhalten.

Access Notification
Wenn mich nun ein User besonder interessiert kann ich das Plugin IP Access Notification verwenden und eine oder mehrere zu überwachende IP-Adressen eintragen. Besucht nun, eine Person mit dieser IP den Blog bekommt man eine Emailbenachrichtigung geschickt.

Ein weiteres Plugin von Oliver Schlöbe arbeitet mit den Cookies. Cookie Access Notification. Ich gebe Usernamen, Domain oder Mailadresse an und bekomme wiederum eine Email, wenn betroffener User den Blog aufruft.

Das Web ist ein öffentlicher Raum und Webseitenbetreiber überwachen ihre User nach Belieben. Es gibt Maßnahmen sich zu schützen, diese haben jedoch meist Nebenwirkungen, wodurch das surfen nicht mehr so angenehm ist. Der User sollte sich immer bewusst sein, dass er Spuren hinterlässt und es manche Websitebetreiber mit der Nutzungsauswertung übertreiben.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. Ich nehme mal an, Semmelstatz arbeitet auch eher mit Cookies als mit der Benutzer-IP. Diese wird ja i.d.R. dynamisch vom ISP vergeben… Danke für den Tipp mit dem Access Notification Plugin.

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  2. @Katharina
    Gruselig bis krank. Oder beides. Es ist spannend, aber will ich, dass das auch mit mir passiert? Muss ich die Dinge überhaupt wissen? Würde ich ansonsten anders bloggen? Weniger Zeit mit Zahlen verbringen?

    @rene
    Wie semmelstatz genau arbeitet habe ich noch nicht durchschaut, es setzt, soweit ich das gesehen habe, keinen eigenen Cookie. Bei einer früheren Version hat man das Speichern der IP-Adresse abschalten können, was bis auf die reinen Besucherzahlen keine brauchbaren Daten mehr geliefert hat.

    Warum es auch mit der IP funktioniert und User nach langer Zeit wiedererkennt, weiß ich nicht. Da fehlt mir dann das technische Wissen.

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  3. Mit Woopra kommt eine ganz neue Dimension dieser Überwachung zustande :) Hast du das schon ausprobiert? Obwohl ja Analytics quasi ungefähr die gleichen Daten sammelt, hab ich schon ganz schön gestaunt bei dem ersten Live-Einsatz von Woopra. :)

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  4. Über Woopra habe ich schon einiges gelesen, aber noch nicht ausprobiert. Hat mir bisher die Zeit gefehlt. Werde es sicher in nächster Zeit testen.

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  5. Cool! Zu den „anderen Kommentar“ ich find das Plugin ja auch toll und ich schätze auch die Arbeit, die redunzl in das Projekt steckt, aber man sollte schon wissen woran man ist. Jetzt fehlt ja meines Wissens sogar komplett die Kontaktmöglichkeit, wenn man seine Mailadresse nicht kennt.

    Aber ist ja auch nicht so wichtig ;) Danke für den Kommentar

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  6. Ich will nicht den Eindruck erwecken, dass ich Redunzls Vorgehen unterstütze, man kann nur nichts dagegen machen. Wenn jemand solch ein Projekt startet vertrauen die Menschen, zu Beginn wenig, wenn man sich etablieren kann mehr. Redunzl enttäuscht diese Leute immer wieder. Dadurch verliert er Vertrauen, aber offensichtlich ist ihm das egal. Eigentlich schade.

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