Schlagwort: Blogosphäre

  • Blogs [metadiskussion]

    In der Blogosphäre wird immer wieder über sich selbst nachgedacht. Manche nennen das Nabelschau, andere Metadiskussion. Aktuell geht es um die Veränderung von Blogs, dass sie Medien nicht mehr die Stirn bieten, tot sind, uninteressant und sie sowieso niemand mehr liest. Als Social Media Superstar ((Geschenk vom Hausdesigner, Pink Sheep Industries)) sehe ich es als meine Pflicht, mich am Diskurs zu beteiligen und momentan hab ich nichts besseres zu tun.


    Bild: Internet Splat Map von jurvetson

    Blogs sind tot

    Google findet über 30.000 Treffer zu genau dieser Phrase. Für Zeitungen sind tot nur 11. Gesprochen ist davon, wie ich angefangen habe zu bloggen und seitdem immer wieder. Riepl hat 1913 gesagt, dass Medien nie wieder verschwinden, nachdem sie einmal eingebürgert wurden. Dass das Schwachsinn ist, wissen wir spätestens bei der Frage nach Rauchzeichen oder Telegrafen. Die Diskussion darüber existiert jedoch noch immer. Es wird von Kommunikationsriten gesprochen, dass SMS dem Telegramm ähnlich sind und jetzt Twitter auch irgendwie dazu passt. In meinen Augen falsch, weil ich sonst alles auf Kommunikation von einem Sender zu einem Empfänger runterbrechen kann und somit jeglichen Diskurs überflüssig mache.

    Der Begriff Blog stammt angeblich aus dem Jahr 1997, was er bedeutet weiß man auch heute noch nicht. Aber das ist kein Besonderheit. Die meisten Begriffe haben eine Vielzahl an Definitionen und in unterschiedlichen Gruppen andere Bedeutungen. Bei Blogs ist die offensichtlichste Schwierigkeit die Abgrenzung zu Nachrichtenseiten, weshalb ich die transparente Subjektivität wichtig finde. Der Autor gibt zu, dass es seine Meinung ist, was da seine Texte kennzeichnet, die auf der Website erscheinen. Ob die nun in einer chronologisch umgekehrten Reihenfolge angezeigt werden oder Kommentare besitzen ist zweitrangig. Über Öffentlichkeit können wir uns streiten. Aber zurück zum Begräbnis der Blogs. Oder auch nicht.

    Meine Besucherzahlen sind über die letzten Jahre immer weiter angestiegen. Mein nächstes Ziel sind die 50.000 im Monat. Zahlen sind aber nur ein Teil der Evaluation. Wie viel habe ich für mich gelernt, mit welchen Themen habe ich mich tiefer beschäftigt, mit welchen Menschen bin ich in Kontakt gekommen, welche Erfolge sind dem Blog zu verdanken.

    Wie tot Blogs wirklich sind und wie schnell sie gerade sterben, kann man an folgender Grafik erkennen:
    Nennungen von Blogs in Deutschen Medien
    Weitere Informationen und wie sie zustande gekommen ist, erfährt ihr bei Synapsenschnappsen Blogs in Deutschen Printmedien – Zeitverlauf und archäologische Notizen.

    Auch wenn ich selbst die meisten analogen Medien (inkl. Digital-TV und Online-Angeboten von Zeitungen) nur zu Recherchezwecken benutze, hat es für mich eine gewisse Aussagekraft. Besser wäre es, wenn man andere Mediengattungen zum Vergleich hätte. Nicht um die absoluten Zahlen anzuschauen, sondern das Wachstum. Ob allgemein mehr über Medien geschrieben wird oder ob es wirklich die Blogs sind. Und dann setzt man noch ein paar hundert Studenten hin und lässt die entsprechenden Artikel qualitativ auswerten, was denn über diese Blogs geschrieben wird.

    Ich erreiche mit meinem Blog mehr Menschen als einige klassische Medienangebote. Ich sollte mal Abonnentenzahlen aus Wien auftreiben, um zu wissen, wie ich mit meinen 700 Feedabonennten dabei bin.

    Blogs haben sich verändert

    Die zentrale Frage, die sich Don Dahlmann stellt. Er kommt auf ähnliche Schlüsse, wie ich kommen werde. Es wird weniger gebloggt, was daran liegt, dass Blogs weniger zur interpersonellen Kommunikation genutzt werden. Dafür gibt es Tools, die besser dazu geeignet sind und im allgemeinen als Social Networks bezeichnet werden. Schreibe ich jemanden auf Twitter einen Reply bekommt er ihn direkt, das gleiche bei einem Kommentar auf Facebook. Sie lassen sich einfacher bedienen, sind schneller und zuverlässiger (@-reply vs. Trackback). Zugleich gehen dort längere Texte schnell unter. Hin und wieder schreibe ich auf Facebook sogenannte Notes, welche in ihrer Beschaffenheit Blogbeiträgen sehr ähnlichen, jedoch in einem Pool von hunderten Statusupdates pro Tag um Aufmerksamkeit buhlen müssen.

    Ich verwende den Blog nicht mehr als öffentliches Logbuch für Tätigkeiten und Entdeckungen sondern als Publikationsmedium für selbsterarbeitete Dinge. Ich kann mich hier in aller breite mit bestimmten Themen auseinandersetzen, so ziemlich alle Inhalte, die es online gibt einbinden und bin selbst dafür verantwortlich, dass es die eigenen Inhalte auch in Zukunft gibt. Bei fast jedem Beitrag gibt es die Möglichkeit zu diskutieren und ich kann die Beiträge jederzeit aktualisieren und anpassen, sollten sich Umstände geändert haben oder ich etwas übersehen haben. Es hat sich ein gewisser Qualitätsanspruch an mich selbst entwickelt. Schnell einen Link reinstellen, so wie ich es früher oft getan habe, gibt es nicht mehr. Entweder ich setze mich damit auseinander, analysiere die Bedeutung für mich und andere, vergleiche oder trage sonstwie etwas bei. Der Link alleine kann auf Twitter veröffentlich werden, von dort wird er auf Facebook synchronisiert und die Leute, die mir folgen, können sich selbst damit beschäftigen. Auf dem Blog gibt es dann eine Zusammenstellung mit den besten Tools für irgendwas, Anleitungen wie etwas funktioniert, Diskursbeiträge wie diesen und vieles mehr.

    Wenn der eigene Qualitätsanspruch aber zu weit getrieben wird, steht der Blog vor dem austrocknen. Manchmal hat man mehr zu sagen, als in einen Tweet passt, ich jedoch nicht als Blogbeitrag veröffentlichen will, weil ich selbst bestimmte Erwartungen an unterschiedliche Blogs habe und die von meinen Lesern nicht enttäuschen möchte. So ist der Sideblog entstanden. Eine Kategorie, die weder auf Startseite noch im Feed angezeigt wird, sondern nur in der Sidebar. Sie hat auch einen eigenen Feed. Dort habe ich den Platz gefunden, den andere bei posterous haben. Für persönliches. Tagebuchartig geht es da zu. Metabeiträge zur Technik des Blogs. Quer durch ohne großem Qualitätsanspruch. Dort veröffentliche ich auch einmal eine Reflexion zu einem Praxisfeld an der Universität.

    Wenigere Beiträge, dafür qualitativ hochwertigere. Viel zwischenmenschliche Kommunikation, das klassische Tagebuchbloggen ((Wie es aktuell bei Anke wieder im Blog stattfindet.)) und das Sammeln von Inhalten wird in andere Dienste ausgelagert.

    Blogs sind gleich geblieben

    Es gibt Beiträge und Kommentare. Hoffentlich einen Feed. Pingbacks, Trackbacks und Verlinkungen. Ein Titel und der Inhalt. Technisch ist das bloggen sehr komfortabel geworden, doch die grundsätzliche Struktur ist die gleiche, wie als ich angefangen habe.

    Doch nicht nur technisch hat sich wenig verändert, auch inhaltlich sind die großen Neuerungen ausgeblieben. Menschen kommentieren Ereignisse des öffentlichen und persönlichen Leben. Sie stellen Fotos online, tauschen sich über Tipps und Tricks zu den verschiedensten Tools aus. Die SEOs versuchen sich als SMOs und Sex zieht immer.

    Dass sich etwas nicht verändert ist schwierig zu beweisen. Man kann sich ansehen, wie es zu einem vergangenem Zeitpunkt war und sieht sich die aktuelle Situation an. Es gibt weniger Blogbeiträge. In den Blogs, die ich abonniert habe. Es gibt aber auch welche, die wesentlich mehr schreiben. Leute, die neu anfangen und ähnlich fasziniert über die Technik schreiben, wie ich zu Beginn. Immer wieder findet man ein Thema das sich durch Blogosphäre jagen lässt, vom iPad bis zur Zensursula. Es gibt wichtige Themen und für mich weniger wichtige. Es nutzen viel zu wenig Menschen Feedreader und man denkt oft erst nach dem veröffentlichen.

    Die Inhalte selbst sind anders, doch die grundsätzliche Art zu bloggen ist gleich geblieben.

    Linkkultur und freischwimmende Beiträge

    Für den letzten Blogtail ((Veranstaltung für Blogger und Interessierte in Wien)) haben wir eine Blogparade zum Thema Linkkultur veranstaltet. Ich bin selbst nicht dazu gekommen, einen Beitrag dazu zu schreiben, finde jedoch die Ergebnisse interessant.

    Ich halte Links für einen entscheidenden Vorteil des Webs gegenüber Print. Hochwertige Beiträge kann ich in beiden Mediengattungen veröffentlichen. Die Aussagen untermauern oder Quellen offenlegen auch. Doch online sind diese mit einem Klick durch den Leser überprüfbar, er kann sich selbst ein Bild davon machen. Links ermöglichen Kommunikation und vernetzen das Web zu einem riesigen Gehirn mit unzähligen Verbindungen. Jede Verbindung ist Information.

    Nun wandern immer mehr dieser Links zu anderen Diensten (Twitter, Facebook, Buzz, tumblr, posterous,..) ab. Mir stellt sich nun die Frage, ob dies ein Problem für die Blogs ist. Bin jedoch zum dem Schluss gekommen, dass die hochfrequente Kommunikation über flexiblere Kanäle einige Vorteile mit sich bringt. Dennoch finde ich Links in Beiträge selbst, wenn sie Sinn machen, wichtig.

    Früher hat man sich mithilfe der Links in Blogbeiträgen, Kommentaren und den Blogrolls durch die Blogosphäre gehangelt. Von einem Blog zum nächsten. Was gefallen hat, kam in den Reader und hat sodann einen stetigen Fluss an Beiträgen bedeutet. Jeder Blog hat eine gewisse Leserschaft um sich gescharrt, die recht konstant war, weil die Aufmerksamkeit nicht reicht, um alle Blogs zu lesen. Neue Blogs hatten es meist schwer Leser zu erreichen. Von Google schlecht gewertet und gekannt hat sie auch niemand. Hin und wieder hat sie vielleicht jemand verlinkt, manchmal ein größerer Blogger, aber dessen Leser hatten ihren Lesekorb ja schon voll. Dann kam Twitter. Plötzlich sind es nur noch zwei Klicks, um einen guten Beitrag zu verbreiten. Die Blogs sind möglicherweise noch etwas steifer geworden, doch zwischen ihnen tummeln sich plötzlich tausende kleine Knoten, die Links weitergeben. Die Blogosphäre ist dadurch wesentlich dynamischer, der Longtail stärker vernetzt und somit macht er noch mehr aus.

    Ich mag die Entwicklung und bin auf alles gespannt, was da noch kommt.

    WordPress und Lifestreaming

    Bei Don Dahlmann und bei paulinepauline wird WordPress kritisiert. Es wäre zu starr für die heutige Zeit, würde nicht mithalten können mit schnelleren Diensten wie posterous. Und es solle doch Lifestreaming unterstützen. Und überhaupt.

    Es kann daran liegen, dass ich sehr viel mit WordPress arbeite oder weil ich das Problem nicht verstehe, aber ich sehe das anders. WordPress hat sich recht gut entwickelt, es bietet einige Möglichkeiten und hat einem riesigen Katalog an Plugins für fast alle Wünsche. Das mit dem Posten via Mail mag sein, habe ich selbst nie genutzt, aber es scheint einen guten workaround mithilfe von posterous zu geben. Mit WordPress 3.0 wird das System weiter verbessert, durch Core-Plugins wird es leichter und noch flexibler. Ich habe WordPress immer bevorzugt, weil ich damit alles machen konnte. Möchte ich nur via Mail bloggen und das möglichst einfach, kann ich posterous auf einer eigenen Domain verwenden. Alternativ bietet WordPress für Android und iPhone Apps, mit denen man unterwegs bloggen kann. Auch gibt es Plugins, die das Backend für mobile Endgeräte optimieren.

    Als ich das erste Mal von Lifestreams gehört habe, war ich fasziniert. Alle meine Aktivitäten im Web werden auf einer Seite zusammengefasst. Ich kann meine Inhalte dort veröffentlichen, wo ich will und es wird trotzdem bei mir angezeigt. Irgendwo müsste ich auch noch eine sweetcron Installation laufen haben. Für WordPress gibt es wiederum Plugins, die Feed automatisch posten oder auf einer Seite einen Lifestream anbieten. Unter all den Services, die eine solche Funktion anbieten, hat mir lediglich Friendfeed wirklich begeistert. Weil ich als Konsument wählen konnte was ich sehe und nicht die Person, die veröffentlicht. Regelmässig genutzt habe ich es nicht. Lifestreams sind für mich Overflow. Weil undurchdacht alles zusammengemixt wird.

    Ich nutze verschieden Tools für verschiedene Zwecke ((Beitrag dazu kommt. Irgendwann.)). Kommunikation und Links auf Twitter, lange Beiträge im Blog, Tools bei zootool, Bookmarks bei delicious, Beiträge im Google Reader/Buzz, eigene Artikel im Blog, Events bei Facebook. Doch sie Dienste unterscheiden sich nicht nur in der Art der Inhalte, sondern auch in Themen der Inhalte. Im Blog und auf Twitter geht es hauptsächlich um Blogs und das Web, auf delicious habe ich vor allem Tutorials und Plugins, in soup.io hübsche Bilder, im starred items Feed literarische Beiträge. Bisher habe ich nur wenige Menschen kennen gelernt, die alles interessiert hat. Und falls doch haben sie die Möglichkeit alles zu konsumieren, aber ich mülle nicht meinen Blog voll indem ich alles reinsyndiziere.

    Feeds, Echtzeit und Kommentare

    Ich liebe Feeds. Der Google Reader ist mein Empfangsgerät. Und immer mehr Seiten bieten ihre Feeds mit Echtzeit an. Sobald etwas veröffentlicht wird ist es bei mir. Durch die shared items bekomme ich eine schöne Mischung an neuen Inhalten zusammen. Täglich 200-600 Artikel, die ich lese. Wenn ich von einer Person alles haben will, dann abonniere ich alles. Somit muss sie keinen Lifestream mehr anbieten, sondern ich stelle ihn mir selbst zusammen. Und zwar dort, wo ich ihn konsumiere. Es sind knapp über 100 Feeds, die ich abonniert habe, doch darunter ist auch der Feed aller Freunde auf soup.io und zootools. Ebenso wie posterous und und readtwit.

    Ich müsste täglich mehrere hundert Seiten besuchen, um an all die Informationen zu kommen. Und dann würde ich noch von langsamen Servern, Werbung und anderem genervt werden. Nico meint ja, dass Blogs in Deutschland nett, aber nicht zwingend sind. Für mich sind sie der Kanal über den die meisten Informationen zu mir kommen. Blogs liefern aber gerade die Informationen, die mich interessieren. Und dank Feeds kommen sie direkt zu mir. In Echtzeit.

    Schreckliches Wort. Echtzeit. Realtime. Es geht einfach darum, dass ich den Inhalt bekomme, wenn er veröffentlicht wird. Unter WordPress habe ich verschiedene Optionen. Ich kann Feedburner verwenden und diesen von WordPress anpingen lassen. Feedburner hat Pubsubhubbub integriert. Parallel kann man das Plugin rssCloud installieren und bin auch bei dieser Technologie dabei.

    Das einzige, das mir bei den Feeds fehlt sind Kommentare. Auch wenn er bei vielen Seiten dem Blutdruck besser tut, wenn an sie erst gar nicht anschaut, sind sie bei anderen interessant und bieten wichtige Zusatzinfos. Und man kann wieder einmal seine Meinung abgeben. Deshalb würde ich mir wünschen, dass Kommentare nicht immer weiter auf alle Dienste aufgesplittert werden, sondern überall sind. Salmon Protocol könnte hier helfen. Die Fantasie ist ein Reader, der mir anzeigt wie viele Kommentare vorhanden sind, sie auf einen Klick öffnet und es mir ermöglicht aus dem Reader heraus ein Kommentar zu schreiben. Beim Google Reader funktioniert das. Aber leider nur im Reader/Buzz. Die Kommentare bleiben dort und es werden nicht die Kommentare aus dem Blog oder andere Plattformen angezeigt. Aber da bin ich zuversichtlich.

    Fazit

    Ich sehe die Entwicklungen rund um Blogs sehr positiv. Die Technologie kommt weiter, die Inhalte werden besser, mehr Leute wissen was Blogs sind und wenn die anderen Medien endlich ihre Paywalls hochziehen, steht den Blogs eine tolle Zeit bevor. Und die klassischen Medien sind gezwungen echten Mehrwert zu bieten, aber dazu ein anderes Mal.

    Blogs sind noch nicht tot und es wird noch eine gewisse Zeit dauern, bis sich etwas gefunden hat, das sie töten könnte. Mal abgesehen von bescheuerten Gesetzen, aber da glaube ich an die Blogger, dass sie sich wehren.

  • EIN ♥ FÜR BLOGS

    Eine Auswahl an unterschiedlichen Blogs, die ich besonders gerne lese. Ihre einzige Gemeinsamkeit bin vermutlich ich als Leser. Von persönlich bis wissenschaftlich. Angestoßen durch die Aktion „Ein ? für Blogs„.

    Ein Herz für Blogs

    Gorgmorg – Schreibender Eroberer

    Ich habe Denis erstmals auf antigames gelesen. Von dort bin ich auf seinen Blog gekommen und hängen geblieben. Er schreibt über das Leben. Manchmal voller Freude, manchmal liegt man mit ihm am Boden. Ein kleiner Blick in eine sich selbst reflektierende Welt. Später habe ich ihn persönlich getroffen. Wir haben ein Bier getrunken und sind auf dem Siggi in Bielefeld gesessen. Fern von jeglicher Kommerzialisierung. Einfach ein Blog. Ich schätze sowohl das Blog, als auch den Menschen, der dahinter steht.

    tiefgedacht – Die junge Frau und die Mathematik

    Alex mag Mathematik. Sie studiert momentan Physik in München, wird jedoch zum Fach ihres Herzens wechseln. Im Blog erfährt man weniger über das Leben der Autorin selbst, sondern viel mehr sind es Gedankengänge. Spannend zu lesen, immer wieder Uni-Alltag, sehr sympathisch und viel zum nachdenken.

    Sternengreiferin – Über den Wolken. Fallend.

    Eine junge Frau, die gerade mit ihrem Studium angefangen hat. Sie ist nach Leipzig gezogen ohne jemanden zu kennen und lasst die Leserschaft an ihren Höhen und Tiefen teilhaben. Manchmal gibt es großartige Texte, oft nur einen Satz, etwas Gelerntes, einen Songtext. Es geht um das Leben, die Uni und Männer.

    Besser|gehts|immer – Der Name als Lebenseinstellung

    Hannes war es, der mich zum Barcamp eingeladen hat, als ich nach Wien gekommen bin. Er hat mich dabei unterstütz meine Studienrichtung zu wechseln. Er hat mich zu diversen Projekten gebracht. Heute ist er ein guter Freund und wir arbeiten zusammen. In seinem Blog geht es um Entrepreneurship und Nachhaltigkeit. Er betrachtet kritisch aktuelle Entwicklungen und schreibt wie man Dinge besser machen könnte. Die Artikel könnte man ausnahmslos in einem Magazin publizieren. Aber dann würden sie mich nie erreichen.

    assbach – Das Web von seiner nützlichen Seite

    Ich habe Sascha, leider, noch nie persönlich kennen gelernt. Verfolge seinen Blog auch noch nicht sehr lange. Länger beobachte ich ihn auf einer Bookmarking-Plattform und Twitter. Er ist meist vorne mit dabei. Achtet neben guten Design auch auf den Nutzen. Seine Artikel sind ausgewogen, gut geschrieben und interessant. Auch beachten sollte man seine übrigen Tätigkeiten im Web.

    500beine und Senor Glumm

    Texte.

    Niemandsdinge – Für das Herz und die Seele

    Mia erzählt Geschichten, die sie erlebt. Sie trifft viele Menschen und arbeitet mit Kindern. Eine wunderbare Frau, in die ich mich verliebt habe. Ihr Blog ist voller Sterne und Herzen und so auch ihr Leben. Manchmal gibt es Podcasts.

    Neon|Wilderness – Auf dem Weg zum Autor

    Dominik möchte Journalist werden. Und Autor. Er schreibt minimal literarisches und hat noch weitere zwanzig Blogs. Jedes für einen speziellen Bereich. Er schreibt fiktives, aus dem Leben, über die Welt, von früher, aus der Heimat aus Wien. Ich treffe mich immer wieder gerne mit ihm auf eine Kaffee.

    MC Winkel – Der ist wirklich so

    Den MC habe ich in Hamburg auf einem Hausboot kennen gelernt. Sony hat gezahlt. Er braucht Aufmerksamkeit und weiß wie er sie bekommt. Was er noch kann ist schreiben und das zeigt er in seinem Blog. Seine täglichen Erlebnisse und Geschichten aus der Jugend. Immer seinen Prinzipien folgend. Winkel mag man oder eben nicht.

    digiom – Zwischen Wissenschaft und Lolcats

    Jana hält sich an keine Regeln und das ist gut so. Der Blog ist voll mit allen, das Jana interessiert. Das geht los bei Internetphänomenen, zu denen sie auch gerne mal eine Medientheorie zur Hand hat, geht über Politik zu Veranstaltungen und Rants. Als Überthema kann man Online nehmen. Das war es dann aber auch schon. Sehr lesenswert.

    fragmente – Liebe und Melancholie

    Frau Fragmente, ihr Twitter-Feed ist ebenfalls empfehlenswert, schreibt Texte. Über sich. Die Liebe. Das Leben. Höhen und Tiefen. Mehr Tiefen. Manchmal ist es hart zu lesen. Immer wieder wird reflektiert. Ich warte auf die nächste Episode.

    Ich bin erkaeltet – Aus der WG des Wahnsinns

    Die Realität wird mit einer Prise Übertreibung gewürzt und in den Schal einer großartigen Geschichte eingerollt. Es ist Literatur. Es ist Leben und ich finde es großartig. Englischer Blog: School Bus Cementery

    Moritz F. Fürst – Philosophie und Internet

    Ich studiere mit Moritz und weiß von all den Themen die in seinem Kopf herumschwirren. Zumindest einem Teil. Hin und wieder greift er eines heraus und schreibt einen Beitrag dazu. Es geht um Philosophie, Medien, Wissenschaft, Musik und Design. Ein hoher Qualitätsanspruch verhindert zu viele Beiträge.

    Meriche – Literarischer Wahnsinn

    Selten saugt mich ein Blog vollends in die Texte. Meriche schafft es. Manchmal brauche ich eine Pause nach dem Lesen.

    e-Denkarium – Medienpädagogische Überlegungen

    Ich bin auf Gabis Blog gestoßen als ich mich intensiver mit dem Thema Studium und Qualität beschäftigt habe. Sie schreibt gut und viel, sodass ich nicht nachkomme alles zu lesen. Empfehlenswert ist der Blog sowohl für Lehrende als auch Lernende. e-Learning, Medienkompetenz, Qualität und viele eigene Gedanken.

    Lost and Found – Social Media und Journalismus

    Heinz ist einer der wenigen Professoren, der es in meinen Augen verstanden hat. Dieses Interwebz. Bei ihm trifft Wissenschaft auf Praxis. Klassischer Journalismus auf Social Media. FH 1.0 auf Lehre 2.0. Nicht nur für Studenten interessant, sondern für alle Personen, die sich für diese Bereiche interessieren.

    Leichen der Zeit – Gegen das Establishment

    Michael habe ich auf einem Barcamp kennen gelernt. Er wird Journalist werden. Er wird ein großer Journalist werden. Im Blog schreibt er über Dinge, die so nicht funktionieren, Überlegungen und Reflexionen. Thematisch geht es oft um die FH, aber auch um Medien und das Internet. Michael macht auch Fotos.

    Es gibt so viele wunderbare Blogs und ich habe nicht die Zeit sie alle hier aufzulisten. Ich hoffe euch einen kleinen Einblick in meine Blogwelt gegeben zu haben und hoffe, dass ihr es mir gleichtut. Ein paar tolle Blogs raussuchen und seinen Lesern näher bringen. Um neues zu entdecken und altes wiederzufinden. Über den Tellerrand schauen und inspiriert werden.

    An dieser Stelle möchte ich noch auf meine Empfehlungen in der Sidebar hinweisen, wo ich immer wieder Texte verlinke, die mir besonders gefallen. Mehr gibt es bei meinen Starred Items. Falls ihr euch mehr für Blogs und Nützliche Dinge interessiert, könnten euch die Shared Items gefallen.

  • Die Sache mit den Kommentaren

    oder Die Kommentaridioten
    Nicht nur Robert schreibt immer wieder darüber. Viele Blogger schreiben zwar zuerst für sich, doch ohne Leser und vor allem ohne Leser, die sich durch Reaktionen bemerkbar machen, bringt bloggen nicht die Genugtuung, die viele brauchen. Es reicht ihnen nicht in einen leeren Raum hineinzuschreien, sie wollen etwas zurückbekommen.

    Bei der ganzen Diskussion um Kommentararmut werden einige wichtige Dinge nicht gesehen, weil sich wieder einmal jeder in seinem Teller suhlt und vergisst, dass andere Teller möglicherweise vollkommen anders aussehen.

    Durchschnittlich soll ein deutscher Blog einen Beitrag pro Tag schreiben und ein Kommentar bekommen. Hätte für mich, zumindest als ich angefangen habe zu bloggen, sehr befriedigend geklungen. Jedoch ist der Durchschnitt nur selten, was man selbst bekommt. Ich kann mich nicht beschweren, , . Wobei ich lange mehr für mich als für andere geschrieben habe und die Kommentarzahlen erst in letzter Zeit so stark gestiegen sind. Erwähnenswert an dieser Stelle, finde ich den Artikel über Pick Up Artists, welcher 46 Kommentare mit einer durchschnittlichen(!) Länge von 250 Wörtern hat. Natürlich muss man beachten, dass fast die Hälfte der Kommentare von mir stammt und der Artikel provokativ geschrieben ist. Eine letzte Zahl bevor ich zu meinen eigentlichen Gedanken komme. Im Durchschnitt hinterlässt jeder hunderster Leser einen Kommentar.

    Nun schreiben viele darüber, dass sie zu wenig Kommentare bekomme oder geben Tipps, wie man mehr Kommentare bekommt, doch nur die wenigsten schreiben selbst mehr Kommentare. Ein großer Teil schreibt nur, um auf seinen Blog aufmerksam zu machen, ein anderer des Linkbuilding wegen und nur wenige, weil sie wirklich etwas zu sagen haben. Eine wichtige und für Blogger geradezu typische Gruppe habe ich noch ausgelassen. Die Leute, die mir meist egal sind, früher weniger als heute. Die weshalb ich den Beitrag überhaupt schreibe. Die, die so viel Aufmerksamkeit gar nicht verdient haben.

    Es gibt nämlich einige Blogs, die ganz gut laufen und nicht unter Kommentararmut leiden, obwohl sie keine eurer Regelen aktiv beachten, sondern weil sie einfach aus sich heraus schreiben. Oft interessiert sie der Technikkram gar nicht. Sie erzählen tolle Geschichten und geben Dinge preis, die andere für sich behalten. Ich will es nicht als alternative Blogosphäre bezeichnen, weil alles zusammengehört und zugleich auch nicht. Es gibt so viele verschiedenen Blogs mit noch mehr Schnittmengen. In diesem Fall spreche ich von privaten Blogs. Und hierbei muss man den Unterschied zu persönlich beachten. Private Blogs sind zugleich persönliche Blogs (meistens), aber persönliche müssen nicht zugleich privat sein.

    Manchmal bildet man sich ein, oder es ist auch so, dass man Autoren von privaten Blogs besser kennt als viele der eigenen Freunde. Man fühlt in vielen Texten mit und teilt das in den Kommentaren mit. Man gibt sich Tipps, erinnert sich an ähnliche Situationen oder schreibt wie gut einem der Text gefallen hat.

    Der Mensch ist ein Hund.

    Ohne Hunde schlecht zu machen. Ich habe selbst einen. Doch sobald jemand ein großes Stück Fleisch hat, kommen andere, die über in herfallen. Sobald jemand etwas hat, das man selbst nicht hat, seien es Kommentare, die Gabe wunderbar zu schreiben oder das Glück, dass es einem großartig geht, kommen andere und versuchen es schlecht zu machen. Anstatt selbst am Glück mitzunaschen (Glück und Zufriedenheit werden nicht aufgebraucht, jedenfalls nicht so, wie es in vielen Köpfen passiert, die von unserem materialbestimmten täglichen Leben, beeinflusst werden), greifen sie die Autoren persönlich an, ziehen alles in den Schmutz, verbreiten Gerüchte und sind bösartig.

    In meinem Blog ist niemand anonym und somit könnte ich die IP jederzeit ausschließen oder lediglich das Kommentarfeld. Mit einer eigenen WordPress-Installation hat man da viele Möglichkeiten. Es lässt sich auch der Ort der Person feststellen, um möglicherweise Rückschlüsse auf Bekannte ziehen zu können. Datenschutz ist wichtig, aber wer mein Haus betritt, muss sich auch vorstellen.

    Nun hat aber nicht jeder seinen eigenen Webspace und gehostete Services schränken die Möglichkeiten in diese Richtung stark ein. Man kann anonyme Kommentare verbieten. Doch viele Leser, die auch kommentieren, nett kommentieren, wollen sich aus Datenschutz- oder anderen Gründen nicht anmelden und somit würde man deren Kommentare verlieren. Den Idioten, die es nicht sehen können, wenn es jemand anderen gut geht, legen sich auch eine falsche Mailadresse zu und melden sich an. Als nächstes kommt ein Passwortschutz und damit ist der Blog fast tot. Kommentare einzeln freischalten und eine Ad-hoc Diskussion unterbinden und selbst bekommt sie dennoch zu Gesicht. Es ist nicht immer einfach wegzuschauen. Neider hinterlassen ihre ekligen Spuren und aus der Freude über neue Kommentare wird ein Zweifeln, was schon wieder für unangenehme Worte im Blog auf einen warten.

    Es gibt Momente, da wünscht man sich nur noch eine große Fliegenklatsche um dem Unsinn ein Ende zu setzen.

    Edit: Und es gibt Momente, wo ich kurz davor stehe einen Baseballschläger aus dem Keller zu holen und dem Unsinn ein Ende zu setzen.

    Bild: IQ Atrophie

  • Blogs sind scheiße! [metablogging]

    Als Einstieg empfehle ich Julie Paradise. Wieder da? Nichts verstanden? Kein Problem, ich versuche einen sanften Einstieg schließlich soll ich ja Leser haben, die ansonsten gar keine Blogs lesen und somit auch wenig von solchen Blogsphäre-Diskussionen mitbekommen.

    Gestoßen bin ich auf darauf bei Patsy Jones, die zuerst auf Don Dahlmann, f!xmbr und Nerdcore verweist bevor sie ihre Meinung zu Nullen und Einsen bringt. Die ganzen Beiträge, die nicht unbedingt kurz sind, sollte man sich nur zu Gemüte führen, wenn man sich für das Thema interessiert oder andere Meinungen lesen möchte. Ich werde jetzt eine kurze Zusammenfassung aus meiner Sicht schreiben und anschließend ein paar Punkte von mir hinzufügen.

    Dahlmann meint, dass die deutsche Blogosphäre sich in einem Tief befindet. Er macht das an der sinkenden Verlinkung innerhalb der deutschen Blogcharts (s.a.:Piratenblogcharts) fest. Er spricht von Professionalisierung, die durch mehrere bloggende Journalisten erreicht werden soll. Weiters soll es den Deutschen an Diskussionskultur und Medienkompetenz fehlen.

    Chris (f!xmbr) sieht das Problem wiederum in den käuflichen Journalisten, die sich in den Blogcharts breit machen. Blogger sollten unabhängig sein und wer Geld mit seinem Blog verdient ist sowieso schlecht und kann die Welt nicht verändern. Abschließend schließt er f!xmbr in diese Kritik mit
    ein.

    René (nerdcore) schreibt, dass Blogs, auch deutschsprachige, funktionieren und nimmt seinen eigenen als Beispiel. In seinen Augen sind nichtssagende Überschriften und unnötige Ausführungen eine Gefahr. Er meint, dass manche Blogs nicht funktionieren, weil sie Katzenbilder posten und über Blogs schreiben und zugleich findet er das gut.

    Patsy Jones findet, dass die Themen uninteressant, die Blogs hässlich und die Blogcharts sinnlos sind. Blogger kommen beinahe alle aus dem Medienbereich und Leute aus anderen Bereichen keine Lust zum bloggen haben. Die meisten Blogs, die sie selbst liest, erzählen sowieso Geschichten und haben keinen Anspruch zu informieren. Eigentlich sind wie sowieso alle Arschlöcher.

    Und noch ein paar Blogs, die für mich nicht funktionieren:
    maYo weil sein Beitrag einfach langweilig ist. Testspiel weil ich nichts davon habe. electru weil ein Satz mit drei Links maximal ein Tweet sein dürfte. Moppelkotze weil er die Leser vor den achso langen Texten warnt. wildbits weil ihn die Diskussion nicht interessiert, er aber dennoch darüber schreibt. NetzNews weil mir beim Lesen des Beitrags schlecht wurde.

    Ich finde die Diskussion spannend und sinnlos, gerate in eine selbstanklagende Situation und erkenne ein ständiges sich selbst widersprechen.

    Das liebe Geld und Amerika
    Eine Sache, die ich immer wieder lese und nicht verstehen ist die Geldfrage. Auf der einen Seite schaut man ständig zu den großen Blogs in Amerika, wo teilweise hauptberufliche Blogger dahinterstehen, und sagt dann, dass man mit dem Blog kein Geld verdienen soll, weil man dann käuflich ist und nur noch für hohe Besucherzahlen schreibt. Ich schreibe hauptsächlich für meine Leser, teilweise für Besucher, teilweise für Google. Ich schreibe bezahlte Beiträge und bin bereit Werbebanner zu schalten, reiße mich jedoch nicht darum und halte meinen Preis hoch. Blogs haben in Amerika vielleicht mehr Macht, aber sie sind auch käuflich, wie einige Skandale gezeigt haben. Verdiene ich meinen Lebensunterhalt mit Bloggen habe ich jeden Tag viele Stunden Zeit, um zu recherchieren und mich mit den Themen auseinanderzusetzen. Dadurch könnte ich eine höhere Qualität bieten. Auf der anderen Seite stünde ich unter Druck. Bleiben die Besucher aus hat es teils dramatische Folgen. So etwas kann man durch kluge Werbeformen vermeiden. Frei ist niemand. Irgendwoher muss die Zeit fürs bloggen kommen.

    Was heißt funktionieren?
    Von all den Bloggern ist sich keiner wirklich sicher was funktionieren heißt. Manche sprechen von Besucherzahlen, andere von Einnahmen und wieder andere von Macht und Einfluss. Funktionieren an sich kann etwas nicht. Ein Auto funktioniert nicht, sondern das Fahren mit dem Auto funktioniert. Das Einschalten des Fernsehers funktioniert. Das Geld verdienen mit dem Blog funktioniert. Das Macht ausüben mit dem Blog funktioniert. Das schreiben was man will funktioniert. Wie oben angedeutet funktionieren Blogs für mich, wenn ich sie gerne lese. Widerspruch? Ja. Funktionieren gibt es nicht. Zuerst muss man definieren, was funktionieren bedeutet.

    Die oben als nicht funktionierenden Blogs aufgeführten funktionieren für mich nicht, aber sie sind ein Teil der Blogosphäre und leiten ihre Leser auf die Blogs, die die wichtigen Beiträge haben. Daher sind auch diese wichtig. Die helfen die Blogosphäre zusammenzuhalten.

    Keiner liest uns
    Es gibt viele Blogs. Blogs werden meist von Bloggern gelesen. Wenn man aus irgendwelchen Statistiken rauslesen möchte, wie viele Leser man haben könnte, dann sollte man erst nachschauen, was die Statistik bedeutet. Jemand ist online kann bedeuten, dass er ein 56k-Modem im Keller liegen hat, dass er einmal pro Woche seine Email abruft oder dass er täglich drei Stunden surft. Warum sollte man euch lesen? Behandelt ihr so wichtige Themen, die sonst nirgends vorkommen und niemanden interessieren? Seid ihr Sprachrohr für eine Minderheit? Muss die ganze Welt wissen, dass eure Katze heute nichts gegessen hat? René wird gelesen weil er Dinge postet, die Leute im Internet gerne haben. Da muss nicht viel Sinn dahinter sein, kann aber. Ich werde gelesen, weil ich meine Sicht der Dinge schreibe. Ich schreie einfach meine Meinung raus, manchmal gibt es Informationen, aber meistens nur Sichtweisen.

    Die Massenmedien beachten uns nicht
    Und das ist mir vollkommen egal. Ich besitze keinen Radio. Ich besitze keinen Fernseher. Ich besitze kein Zeitungsabo. Dennoch kann ich bei den meisten Themen mitreden, habe Informationen, die andere nicht haben. Während sie nicht einmal alle Infos aus der ursprünglichen Agenturmeldung bekommen, kann ich mit ein paar Klicks weitere Hintergrundinformationen erfahren, die es nie in ein „klassisches Medium“ schaffen würden. Die anderen vertrauen den Medien meist blind, weil die Zeitung, der Sender doch Reputation hat. Ich muss alles in Frage stellen und kann manchen vertrauen, weil ich sie kenne. Meine Infos sind oft durch mehrere Gehirne gelaufen, die wirklich Ahnung davon haben und auch die Zeit, die dazu nötig ist. Was im Beitrag vergessen oder verheimlicht wurde, erfahre ich in Kommentaren, Trackbacks und anderen Blogs. Mir wird keine Objektivität, die nicht möglich ist, vorgemacht, sondern ich erfahre verschiedene Meinungen. Ich kaufe mir vielleicht einmal eine Zeitung/Magazin, weil ein Blogger darin einen Artikel veröffentlicht hat, weil ich den Journalisten kenne.

    Wie erreiche ich die Nichtblogger?
    Ganz sicher nicht indem man darüber schreibt, ob Blogs funktionieren oder nicht. Die Menschen sind da draußen und ich behaupte, dass ein großer Teil Blogs lesen würde, wenn er wüsste was es ist und wie er damit umzugehen hat. Dafür muss die Medienkompetenz gestärkt werden. Man kann es auch Aufklärung nennen. Blögger, wo ich die operative Leitung übernommen habe, versucht unter anderem genau das. „Interessierte Laien informieren“. Wir versuchen Wege zu finden die Leute da draußen zu erreichen. Immer wieder treffe ich auf Menschen, die ich für Blogs begeistern kann. Manche fangen selbst an zu bloggen, manche lesen nur. Ich glaube nicht, dass jeder bloggen sollte, aber ich bin der Meinung, dass zumindest jeder wissen sollte, was ein Blog ist. Gespräche an der Uni mit Publizistik- und Kommunikationswissenschaften-Studenten haben mich schockiert. Viele wissen nicht einmal was ein Blog ist.

    Man kann innerhalb der Blogosphäre noch so oft über das Thema diskutieren, so lange man es nicht schafft, die Menschen da draußen zu erreichen, bringen sie sowieso nichts.

    Und jetzt gehe ich kochen und blogge danach drüber…

    Bild 1: joelogon, Bild 2: robinhamman, Bild 3: donaldtownsend, Bild 4: doviende